Konjunktur 2014/15: Ist Deutschlands Wirtschaft vor dem Abschwung?

FinanzdiagrammMomentan warten die Wirtschaftsforscher mit wenig hoffnungsvollen Prognosen auf: Das lang ersehnte Anziehen der Konjunktur bleibt ein Traum. Stattdessen dürfte die deutsche Wirtschaft vergleichsweise bescheiden wachsen, eventuell droht sogar Schlimmeres.




Aufschwung nicht in Sicht

Das im Oktober vorgestellte Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute ließ die Öffentlichkeit aufhorchen: Die Forscher senkten die Wachstumsprognose für 2014 auf 1,3 %. Im Frühjahr hatten sie noch vorhergesagt, dass die Wirtschaft in Deutschland um 1,9 % wächst. Auch für 2015 sieht es schlechter aus. Die Institute rechnen mit 1,2 %, vor einem halben Jahr hatten sie noch ein Wachstum von 2 % in Aussicht gestellt. Was bedeutet das? Eine Rezession hat das Land nicht unmittelbar zu befürchten, das Bruttoinlandsprodukt steigt. Diese Steigerung bewegt sich aber auf sehr geringem Niveau und ist prekär. Bisher stabilisiert eine erstaunlich hohe private Binnennachfrage die Wirtschaft, während die Investitionen der Unternehmen stark zurückgehen. Es fragt sich, ob die Verbraucher ihre positive Stimmung bewahren und weiterhin so viel kaufen. Bricht die Binnennachfrage ein, droht Deutschland tatsächlich eine Rezession.

Zahlreiche Krisenherde trüben die Aussichten

Für das geringe Wirtschaftswachstum machen Experten mehrere Faktoren verantwortlich, die je nach Entwicklung zu noch mehr Ungemach führen können:

Die Ukraine-Krise belastet die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Die EU-Sanktionen gegen Moskau treffen die deutsche Exportwirtschaft.
Die Euro-Krise schwelt weiter. Zwar konnte die Europäische Zentralbank mit niedrigen Zinsen und weiteren Interventionen die Finanzmärkte beruhigen, der wirtschaftliche Aufschwung in Staaten wie Griechenland und Spanien lässt aber auf sich warten. Stattdessen geraten nun wichtige Industriestaaten wie Italien und Frankreich in Bedrängnis.
Ein massives Wirtschaftswachstum in China sorgte in der deutschen Exportindustrie lange Zeit für volle Auftragsbücher, plötzlich schwächelt das größte Land der Erde aber.
Kriege und Unruhen im Nahen Osten tragen ebenfalls zur Verunsicherung bei.

Eurozone weiterhin in schwierigem Fahrwasser

Trotz niedriger Zinsen im Euroraum kommt die Wirtschaft nicht in Fahrt. Das belegen die jüngsten Wirtschaftsprognosen in Deutschland, das Wachstum verharrt auf niedrigem Niveau. In anderen europäischen Ländern sieht es noch schlechter aus. Diese Stagnation basiert auf zahlreichen Gründen, dazu zählen die Spannungen mit Russland und die weiter schwelende Krise in einigen Euroländern. Negativere Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung als bereits heute lassen sich nicht ausschließen, vielleicht müssen die Forscher die Prognosen erneut nach unten korrigieren.

Foto: ThinkStock, iStock, lukas_zb

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Author: Kolumbus

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