Erneuerbare Energien: Mehr Verantwortung für die Stromsicherheit
Feb20

Erneuerbare Energien: Mehr Verantwortung für die Stromsicherheit

Das langfristige Energieziel lautet, Strom komplett aus erneuerbaren Energieträgern zu produzieren. Bis zum Jahr 2050 soll ihr Anteil an der Stromerzeugung bereits bei achtzig Prozent liegen, was angesichts des derzeitigen Ausbaustandes der regenerativen Stromerzeugung realistisch klingt. Die Deutsche Energieagentur (dena) weist ergänzend darauf hin, dass erneuerbare Energieträger verstärkt in die Gewährleistung der Versorgungssicherheit einbezogen werden müssen. Regelenergie zur Stromsicherheit Stromnetze benötigen den regelmäßigen Ausgleich zwischen der erzeugten und der verbrauchten Energiemenge. Diese Aufgabe erfüllen derzeit überwiegend herkömmliche Kraftwerke, da erneuerbare Energien wie Wind und Sonne witterungsbedingt nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Wenn immer mehr mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke stillgelegt werden, müssen durch erneuerbare Energien betriebene Erzeugungsanlagen zur Lieferung der Regelenergie in der Lage sein. Den Stromverbrauch zu immer größeren Teilen aus erneuerbaren Energieträgern zu erzeugen und Kernkraftwerke lediglich zur Lieferung der Regelenergie am Netz zu belassen, ist zwar technisch möglich, aber extrem unwirtschaftlich. Der erwünschte stetige Ausbau der Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern wird in Zukunft vermehrt zu Stilllegungen herkömmlicher Kraftwerke führen. Diese stehen nach ihrer Abschaltung nicht mehr für den Spannungsausgleich im Stromnetz zur Verfügung (hier ein Infolink zum Thema). Voraussetzungen für Stromsicherheit schaffen Damit die erneuerbaren Energien den erforderlichen Beitrag zur Stromsicherheit leisten können, ist die Entwicklung verbesserter Speichermöglichkeiten unerlässlich. Verbraucher lassen sich am Lastenausgleich beteiligen, indem der Verbrauch über intelligente Zähler ermittelt wird und die Strompreise kurzfristig gemäß der aktuell zur Verfügung stehenden Strommenge gebildet werden. Durch einen Ausbau der Netztechnik lassen sich stärkere Schwankungen besser als bisher tolerieren. Die Maßnahmen zum Netzausbau und zur zeitlichen Verlagerung des Stromverbrauchs können den Umfang der zum sicheren Betrieb der Stromnetze notwendigen Systemdienstleistungen zwar verringern, die künftige Einbeziehung erneuerbarer Energien in die Gewährleistung der Stromsicherheit bleibt aber unerlässlich. Zu diesem Zweck sind nicht nur die technischen Voraussetzungen zu schaffen, sondern auch Vereinbarungen über die Vergütung der gelieferten Regelenergie zu treffen. Die Stromsicherheit ist ein hohes Gut Eine sichere Stromversorgung gehört nicht nur zu den Grundanforderungen privater Verbraucher an das Stromnetz, sondern ist vor allem für die Leistungsfähigkeit der Industrie unerlässlich. Wasserkraftwerke lassen sich leichter als Windräder und Solaranlagen für den Lastenausgleich nutzen, da ihr Energieträger jederzeit verfügbar ist. Von großer Bedeutung für den künftigen Einsatz der erneuerbaren Energie für die Stromsicherheit ist die Entwicklung leistungsfähiger Stromspeicher. Bild: Thaut Images –...

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Wertvolle Luft: Kohlendioxid als Produktionsgut
Feb04

Wertvolle Luft: Kohlendioxid als Produktionsgut

Das im Mittelpunkt vieler Reduktionsbemühungen stehende Kohlendioxid ist nicht nur ein Klimakiller, es empfiehlt sich auch als wertvoller Rohstoff. Einige Forschungs- und Entwicklungsergebnisse versprechen interessante Einsatzmöglichkeiten, auch wenn der Ausstoß auf diesem Wege nicht reduziert wird. Kohlendioxid – ein Gas mit Potenzial Nicht zuletzt wegen der knapper und teurer werdenden Rohölproduktion, die den grundlegenden Stoff für viele Industriezweige liefert, ist das Kohlendioxid in den Fokus verschiedener Entwicklungen gerückt. Zwar sind bislang sowohl die Gewinnung eines Kohlendioxidkonzentrats als auch die spätere Aktivierung mit einem hohen Aufwand an Energie verbunden, aber die Nutzung ist generell möglich. Beispielsweise wird eine Pilotanlage zur Herstellung von Polyolen, ein auch zur Produktion von Matratzen genutzter Kunststoff, von Bayer Material Science und der RTHW Aachen betrieben. Die Produkteinführung dieser Matratzen wird für 2015 erwartet. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das Färben von Textilien, Kunststoffen oder Leder, wie die Forscher am Fraunhofer-Institut UMSICHT in Oberhausen nachgewiesen haben. Unter extremem Druck löst das Kohlendioxid Farbstoffe auf und befördert sie in die zu färbenden Oberflächen. Damit reduzieren sich der Wasserverbrauch sowie der Zusatz von umweltgiftigem Chrom. Abwasserfreie Reinigung möglich Kohlendioxid empfiehlt sich als Reinigungsmittel und damit als Ersatz der herkömmlichen Ultraschallbäder, die mit Öl und Schmutzpartikeln belastetes Abwasser produzieren. So konnte der Einsatz von Kohlendioxid-Schnee, der mit Druckluft auf die betreffenden Oberflächen gespritzt wird, rückstandslose Reinigungsergebnisse erzielen. Für die Realisierung der Energiewende wiederum könnte das Gas ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, wenn es effektiv zur Herstellung von Methan eingesetzt wird. Dieses kann nämlich wiederum in der Produktion verwendet, aber auch in das Gas-Netz eingespeist werden. Letztendlich lässt sich Kohlendioxid auch bei der rückstandsfreien Entkoffeinierung von Kaffee einsetzen, allerdings ist dieses Verfahren bislang noch sehr teuer. Unterm Strich werden diese Verwendungsbeispiele nur maximal zehn Prozent des Ausstoßes auffangen können, dennoch ist so eine Entlastung anderer Ressourcen zu erreichen. Kohlendioxid als Multitalent Die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes bleibt zwar weiterhin von enormer Wichtigkeit, allerdings lässt sich das Gas in verschiedenen Produktionsprozessen effektiv einsetzen. Bei Ausnutzung der von Wissenschaftlern entwickelten Verfahren können rund zehn Prozent des Ausstoßes verarbeitet werden, sodass andere Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser und Erdöl, eine Entlastung erfahren. Foto: Thinkstock, iStock, Ahmet...

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Neuer Aufschwung für die Weltwirtschaft
Feb04

Neuer Aufschwung für die Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erfreut mit einer positiven Prognose für das diesjährige Wachstum der Weltwirtschaft: Die ökonomische Leistung soll sich um 3,7 % erhöhen, auch die EU-Zone erholt sich. Die Vertreter der Organisation warnen aber vor Euphorie. IWF prophezeit anziehende Weltkonjunktur IWF-Chefökonom Olivier Blanchard rechnet für 2014 mit einem Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 3,7 %, für 2015 sagt er ein Wachstum von 3,9 % voraus. Damit würde sich die globale Ökonomie nach der Banken- und Finanzkrise wieder auf einem deutlichen Wachstumskurs befinden. Auch für die Eurozone, welche durch Schuldenkrisen in Griechenland und in anderen Ländern in Turbulenzen geriet, vermeldet er Gutes: Dieses Jahr soll es einen Zuwachs von 1 % geben. Deutschland liegt mit prognostizierten 1,6 % darüber. Die US-Wirtschaft als wichtiger Impulsgeber für die Weltwirtschaft dürfte sogar ein Plus von 2,8 % verzeichnen. Der Chefökonom führt diesen Aufwärtstrend auf einen stärker werdenden Optimismus bei Verbrauchern und Unternehmen und auf eine zunehmende Stabilisierung des Finanzsystems zurück. Risiken aber längst nicht gebannt Der IWF verweist zugleich darauf, dass Deflation in der Eurozone und in Japan die wirtschaftliche Erholung gefährden könnte. Bei einer Deflation fallen die Preise, die Umsätze vieler Unternehmen sinken. Dadurch reduziert sich die Wirtschaftsleistung, der Staat nimmt weniger Steuern ein und Firmen entlassen Beschäftigte. Bisher tritt dieses Phänomen nur in wenigen Krisenstaaten wie Griechenland auf. In den meisten anderen Staaten steigen die Preise, wenngleich in niedrigem Umfang. Deshalb sieht der IWF noch keine akute Bedrohung, er empfiehlt aber eine vorsichtige Strategie der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank und die japanische Notenbank haben die Zinsen auf historisch tiefe Niveaus abgesenkt, um die Konjunktur zu unterstützen und die Kosten für staatliche Verschuldung zu reduzieren. Wenn sie nun die andere Richtung einschlagen wollen, sollten sie laut IWF behutsam vorgehen. Zu rasche Zinserhöhungen könnten zu Deflationstendenzen und einem Ende des Wirtschaftsaufschwungs führen. Positiver Trend, Gefahren existieren weiter Die IWF-Prognose bestätigt den Eindruck vieler Manager und Finanzexperten: Mit der Weltwirtschaft geht es nach schwierigen Jahren wieder aufwärts. Die Warnhinweise des IWF verdienen aber ebenfalls Beachtung. Von einem robusten Aufschwung kann noch keine Rede sein, die falschen Entscheidungen der Notenbanken könnten das Wachstum schnell abschwächen. Foto: Thinkstock, Ingram Publishing, Ingram...

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